Ölstopp im hormus: tanker brechen eis – was bedeutet das?

Ein Flüstern der Hoffnung mischt sich in die ohnehin schon angespannte Atmosphäre der globalen Ölversorgung: Tanker, darunter auch Schiffe des saudi-arabischen Staatsreeders Bahri, haben begonnen, den Hormus-Strait zu durchfahren. Ein Zeichen dafür, dass sich die Schifffahrtsindustrie langsam an die fragilen Bedingungen des vorläufigen Friedensabkommens zwischen den USA und dem Iran anpasst – und eine potenzielle Entspannung auf den Energiemärkten andeutet.

Die ersten bewegungen: ein hoffnungsschimmer

Die ersten bewegungen: ein hoffnungsschimmer

Drei riesige Supertanker, die unter dem Namen Shaden, Jaham und Awtad firmierten, hatten seit Beginn der Konflikte im Golf von Oman festzusitzen. Nun haben sie ihre Signale aktiviert und verlassen ihre Wartestellung. Dazu gesellten sich ein Gastanker aus Katar und ein chinesisches Schiff, was das verhaltene Aufbrechen der Blockade unterstreicht. Obwohl die Zahl der Schiffe, die den Engpass passieren, im Vergleich zu Zeiten vor der Eskalation noch gering ist, ist die Bewegung saudischer Schiffe von beträchtlicher Bedeutung: Es handelt sich um den ersten nennenswerten Transport von 6 Millionen Barrel saudischen Öls seit Beginn des Konflikts.

Die Frage, die nun alle Marktbeobachter beschäftigt, ist: Werden weitere Schiffe, die ebenfalls im Hormus festsitzen, in den kommenden Tagen und Stunden ebenfalls die Chance zur Flucht ergreifen? Über 100 Tanker waren zuvor aufgehalten worden, darunter rund 30 Supertanker mit einem Fassungsvermögen von jeweils 2 Millionen Barrel. Ein Anstieg der Ölförderung ist durchaus denkbar, sollte sich dieser Trend fortsetzen.

Doch es gibt auch Schattenseiten. Vertreter der Europäischen Zentralbank (EZB) mahnen zur Vorsicht. Das Abkommen mit dem Iran sei noch lange kein Allheilmittel für die Energiekrise. Tatsächlich scheinen die Verhandlungen über die Abholung von Frachtlieferungen in der Region ins Stocken geraten zu sein. Reedereien zögern, da Klarheit über die genauen Abläufe der Wiedereröffnung fehlt. Ein weiterer Knackpunkt: Die Preisunterschiede zwischen Reedern und Frettern bei der Vermietung von Schiffen sind enorm.

Zusätzlich lastet die Sorge um mögliche Minen im Seeweg auf der Branche. Die USA haben Reedern bereits Leitlinien zur Verfügung gestellt, wie sie eine südliche Route in der Nähe der omanischen Küste nutzen können, wo Unterstützung angeboten wird. Das Blockieren des Hormus-Straits hatte den Zugang zu Öl und Gas aus dem Persischen Golf erheblich eingeschränkt. Früher wurden Schiffe, die ihre Transponder abschalteten, um ihre Position zu verbergen, oder mit der Zustimmung Teherans durch den Engpass geschleust.

Der Gastanker Mraikh, der von QatarEnergy gechartert wurde, steuert den pakistanischen Hafen Qasim an. Das chinesische Schiff Ye Chi, das von einer Tochtergesellschaft von Cosco Shipping betrieben wird, hat keinen klaren Zielhafen angegeben. Ob diese Passagen das Ergebnis ausgehandelter Vereinbarungen mit Teheran sind, ist derzeit unklar. Weder QatarEnergy noch Cosco waren für eine Stellungnahme erreichbar. Bahri, der saudi-arabische Staatsreederei, äußerte sich ebenfalls nicht.

Die Situation bleibt angespannt, aber die ersten Bewegungen lassen erahnen, dass sich die Schifffahrtsindustrie langsam an die neuen Gegebenheiten anpasst. <Die kommenden Tage werden zeigen, ob diese vorsichtige Optimierung in eine nachhaltige Entspannung der globalen Ölversorgung münden kann.