Premier league schlägt zurück: iptv-piraterie wird gnadenlos bekämpft

Ein Schachzug, der die Fußballwelt aufmischt: Die Premier League setzt nicht länger auf das stumpfe Blockieren von Nutzern, sondern geht die IPTV-Piraterie an der Wurzel. Stattdessen werden die Betreiber der illegalen Streaming-Listen ins Visier genommen – und das mit überraschend gezielten Methoden.

Die falle schnappt zu: dmca-anfrage enthüllt die strippenzieher

Die Taktik ist simpel, aber effektiv: Die Premier League hat herausgefunden, dass zahlreiche Webseiten, die IPTV-Listen mit illegalen Inhalten anbieten, ihre Domains über die Plattform Tucows registriert haben. Daraufhin wurde eine DMCA-Anfrage (Digital Millennium Copyright Act) an Tucows gerichtet, um die Identität der Domain-Registranten preiszugeben. Ein rechtliches Instrument, das in den USA durchaus seine Wirkung zeigt.

25 Webseiten im Visier – darunter auch einige in Spanien wie Roja Directa, Deporte Libre und Fútbol Libre – stehen nun im Fokus. Die Forderung ist klar: Löschung der Domains und Herausgabe aller Daten der Verantwortlichen. Allein Fútbol Libre soll monatlich über 12 Millionen Nutzer haben, so Torrenfreak. Interessanterweise war Tucows bereits zwei Wochen vor der offiziellen Anfrage aktiv und hat die betroffenen Domains gesperrt, offenbar in Erwartung des Urteils.

Die Dokumentation, die die Premier League den US-Richtern vorgelegt hat, ist erstaunlich detailliert. Sie beweist nicht nur die illegale Übertragung von Fußballspielen, sondern auch, dass der Content teilweise über Google und Amazon Cloud-Dienste verbreitet wird. Sollte das Gericht der Anfrage stattgeben, könnte Tucows Namen, Adressen, IP-Adressen, Telefonnummern, E-Mail-Adressen, Zahlungsinformationen und Kontohistorien der Betreiber preisgeben. Ein Schlag für die Profi-Piraten, der weh tun dürfte.

Europol hat indes kürzlich eine VPN-Infrastruktur stillgelegt, die ausschließlich für kriminelle Aktivitäten genutzt wurde. Ein weiteres Zeichen dafür, dass die Strafverfolgungsbehörden weltweit verstärkt gegen Cyberkriminalität vorgehen. Die Premier League geht damit einen Schritt weiter und setzt auf eine gezielte Bekämpfung der Ursache, anstatt nur die Symptome zu behandeln. Ein Ansatz, der sich durchaus bewährt und die Hoffnung auf eine sauberere Fußballwelt weckt.

Die falle ist gestellt: warum diese strategie funktioniert

Die falle ist gestellt: warum diese strategie funktioniert

Die bisherige Praxis, Nutzer zu blockieren, war wie ein Katz-und-Maus-Spiel. Neue Listen tauchten immer wieder auf. Indem die Premier League nun die Betreiber ins Visier nimmt, wird die Quelle der illegalen Inhalte abgetappt. Es ist ein klares Signal an alle, die versuchen, mit dem illegalen Streaming von Fußballspielen Profit zu machen: Die Jagd hat begonnen.