Passkey-portabilität: google hinkt apple hinterher – und das ist ärgerlich
Google hat lange Zeit die Passkeys als die Zukunft der Login-Authentifizierung gehyped. Doch während Apple diese Technologie bereits seit über einem Jahr nahtlos in seine Betriebssysteme integriert hat, scheint Google sich merklich schwer zu tun. Ein kürzlich entdeckter Testmodus deutet darauf hin, dass die Möglichkeit, Passkeys zwischen verschiedenen Passwort-Managern zu verschieben, endlich in Arbeit ist – aber der Eindruck, dass Google den Anschluss verpasst, bleibt bestehen.
Die lange leidensgeschichte der android-nutzer
Für iPhone-Nutzer ist die Übertragung von Passkeys längst Routine. Sie können ihre biometrisch gesicherten Logins problemlos in andere Passwort-Manager wie Bitwarden oder 1Password exportieren und importieren. Android-Nutzer hingegen waren bisher gezwungen, ihre Passkeys entweder innerhalb der Google Password Manager App zu belassen oder bei einem Wechsel komplett neu anzulegen. Ein Wechsel der Passwort-Manager war somit mit einem erheblichen Verlust von Komfort und Sicherheit verbunden.
Das Problem: Lock-in. Google schuf damit eine Art digitale Gefangenschaft, die dem eigentlichen Zweck von Passkeys – nämlich einer flexibleren und sichereren Authentifizierung – diametral entgegenwirkt. Passkeys sollten uns von der Passwort-Hölle befreien, nicht uns an einen einzigen Anbieter binden.

Cxp als schlüssel zur freiheit
Die technische Grundlage für die Passkey-Portabilität ist das Credential Exchange Protocol (CXP). Dieses Protokoll ermöglicht den sicheren Austausch von Passkeys zwischen verschiedenen Anwendungen und Diensten. Google hat die Technologie zwar schon vor einiger Zeit in die Entwicklung aufgenommen, doch die öffentliche Verfügbarkeit ließ lange auf sich warten. Die Tatsache, dass Apple bereits 2023 die CXP-Unterstützung in iOS und macOS implementiert hat, wirft ein schlechtes Licht auf Google.
Die neuen Optionen „Passwörter und Passkeys importieren“ und „Passwörter und Passkeys exportieren“ innerhalb der Google Password Manager App deuten auf eine baldige Umkehr dieses Trends hin. Die Tests zeigen, dass die Übertragung in andere kompatible Passwort-Manager wie Bitwarden problemlos funktioniert. Das ist ein wichtiger Schritt in Richtung einer wirklich nutzerfreundlichen Passkey-Erfahrung.

Warum google so spät dran ist
Es ist ironisch, dass Google, der selbst Android entwickelt hat und die Verbreitung von Passkeys aktiv fördert, so spät auf den Zug der Portabilität aufspringt. Apple, das traditionell für seine geschlossenen Ökosysteme bekannt ist, hat hier die Nase vorn. Das zeigt, dass es nicht immer die Größe des Unternehmens ist, die über den Erfolg einer Technologie entscheidet, sondern die Bereitschaft, den Nutzer in den Mittelpunkt zu stellen.
Die Einführung dieser Funktion ist nicht nur ein technischer Fortschritt, sondern auch ein Zeichen dafür, dass Google endlich versteht, dass Passkeys erst dann ihr volles Potenzial entfalten können, wenn sie wirklich portabel sind. Die Nutzer wollen ihre Logins kontrollieren können, nicht von einem einzigen Anbieter abhängig sein.
Die Zeit wird zeigen, wann Google den offiziellen Startschuss für diese Funktion gibt. Bis dahin bleibt die Hoffnung, dass Google aus dem Fehler lernt und die Passkey-Portabilität nicht länger verzögert. Denn die Zukunft der Login-Authentifizierung gehört denen, die den Nutzern die Freiheit geben.
