Autos ohne radio: ein aus für die fm-welle?
Es ist ein Abschied, der viele Autofahrer überraschen könnte: Die gute alte FM-Radio ist auf dem Vormarsch dem Aus. Immer mehr Hersteller verzichten auf den mittlerweile veralteten Standard, und das schneller, als viele vermuten. Was einst unverzichtbar war, droht nun in Vergessenheit zu geraten.
Die goldene ära des fm-radios
In den 80er und 90er Jahren war das FM-Radio das Herzstück des Infotainmentsystems im Auto. Es dominierte den Mitteltunnel und bot die einzige Möglichkeit, Musik unterwegs zu hören. Doch mit der Einführung von CD-Playern, Aux-In-Anschlüssen und Bluetooth veränderte sich die Landschaft zusehends.
Heute, wo vernetzte Infotainmentsysteme, Apple CarPlay und Android Auto Standard sind und Plattformen wie Spotify nahezu in jedem neuen Wagen integriert sind, gerät das FM-Radio ins Hintertreffen. Der Trend ist unübersehbar und die Frage ist nicht, ob, sondern wann und wie schnell die FM-Welle aus unseren Autos verschwinden wird.

Warum hersteller auf das fm-radio verzichten
Die Entwicklung begann mit dem AM-Radio, wo elektrische Motoren elektromagnetische Störungen verursachen, die das Signal stark beeinträchtigen. Der aufwendige und teure Schutz dagegen schreckte viele Hersteller ab. BMW, Audi, Porsche, Volvo und Mazda waren die ersten, die ihre Elektro- und Hybridmodelle darauf verzichteten – ein Signal, das die Automobilindustrie erreichte.
Beim FM-Radio ist das Argument weniger technisch, sondern vor allem wirtschaftlich. Der Tuner benötigt Platz auf der Leiterplatte und kostet zusätzliche Komponenten. In einem Fahrzeug mit permanenter Internetverbindung steht der Nutzen im Vergleich zum Streaming-Angebot in keinem Verhältnis mehr. Für Hersteller im Einstiegssegment, die auf Elektromobilität setzen, macht es schlichtweg keinen Sinn, das FM-Radio beizubehalten.

Tesla setzt den trend – und andere folgen
Tesla hat mit den Modellen 3 und Y ab 2026 einen mutigen Schritt getan und verzichtet vollständig auf AM- und FM-Radio, setzt stattdessen ausschließlich auf Streaming, Bluetooth und eigene Audio-Dienste. Die Startup Slate Auto ging noch einen Schritt weiter und präsentierte sein erstes Elektroauto ohne jegliche Form von Radio. Diese Entscheidungen sind keine Einzelfälle, sondern zeigen eine klare Richtung, die der Sektor einschlägt.

Was ersetzt das radio?
Spotify, Apple Music und Podcasts verändern die Hörgewohnheiten im Auto grundlegend. DAB+ bietet als digitale Alternative eine bessere Klangqualität und mehr Sender ohne Datenverbrauch, allerdings ist die Verfügbarkeit regional unterschiedlich. Intelligente Audio-Systeme und Sprachassistenten versprechen eine personalisierte Hörerfahrung, in der das traditionelle Radio kaum noch eine Rolle spielt.

Ein langsamer abschied – aber unaufhaltsam
Ein vollständiger Abschied ist in naher Zukunft unwahrscheinlich. In den USA verfügen 2025 noch immer alle meistverkauften Modelle über FM-Radio, und 62 % der Käufer legen Wert darauf. Toyota, Honda, Hyundai und viele andere Hersteller halten an dem Standard fest. Dennoch ist eine schrittweise Abschaffung nach Fahrzeugsegmenten wahrscheinlich: zuerst bei Einstiegsmodellen, dann bei höheren Klassen, sobald die Datenabdeckung ausreichend ist. Die Frage ist nicht, ob das FM-Radio verschwindet, sondern wann und wie die Industrie und die Regierungen diesen Übergang gestalten werden. Die Ära des Radios im Auto neigt sich dem Ende zu – ein stiller, aber unaufhaltsamer Wandel.
