Apokalypse der kannibalen-zombies: ein trash-juwel auf prime video!
Ein film mit irreführendem titel!
Prime Video birgt Schätze – und manchmal auch echte Kuriositäten! Apocalipsis Caníbal, auf Deutsch etwa “Kannibalen-Apokalypse”, ist ein Paradebeispiel dafür. Der Film, der 1980 ins Kino kam, versuchte offenbar, vom Erfolg von Holocausto Caníbal zu profitieren. Doch was sich dahinter verbirgt, ist ein urkomisch schlechter Zombiefilm im italienischen Stil – ein absolutes Muss für Genre-Fans! Er zählt zwar nicht zu den besten Filmen der Zombie-Geschichte, doch seine Existenz zeigt das Interesse von Amazon an obskuren Serie-B-Klassikern.
Klare einflüsse von horror-legenden
Regisseure Bruno Mattei und Claudio Fragasso ließen sich eindeutig von George A. RomerosDie Nacht der lebenden Toten (1968) und insbesondere von Dario ArgentosZombi (1978) inspirieren. Die Ähnlichkeiten in Charakteren und Situationen sind unübersehbar! Das macht den Film zwar nicht weniger schräg, aber definitiv sehenswert für Fans der alten Schule.
Die handlung: ein chemisches desaster und blutige rache
Die Geschichte beginnt in Hope I, einem chemischen Forschungslabor in Papua-Neuguinea. Ein Unfall führt zur Freisetzung eines gefährlichen Chemikalien, die alle Wissenschaftler und Techniker tötet. Doch das ist erst der Anfang: Die Toten steigen wieder auf, verwandelt in blutdurstige Zombies! Die wenigen Überlebenden müssen sich nun gegen Horden von Untoten zur Wehr setzen, während sie versuchen, aus der verseuchten Anlage zu fliehen.
Mehr als nur zombies: eine prise sozialkritik
Wie Romeros Meisterwerk, enthält auch Apocalipsis Caníbal eine unterschwellige Sozialkritik. Der Film thematisiert die Gefahren der Kernenergie (in Form eines durch Abfälle verursachten Virus) und spielt auch auf die Ausbeutung der Dritten Welt an. Allerdings ist diese Kritik eher subtil und wird durch die übertriebenen Actionszenen und die schrägen Charaktere überlagert.
Italienisches kino trifft auf spanische landschaften
Obwohl der Film in Papua-Neuguinea spielen soll, wurden viele Außenaufnahmen in Spanien, genauer gesagt in den Vororten von Barcelona, gedreht. Das Budget war offenbar begrenzt, was sich in der Produktion und im Schnitt bemerkbar macht. Der Film ist ein typisches Beispiel für das italienische “B-Movie”, das in den 80er Jahren in Hollywood den Blick hatte, um ohne Scheu Genres zu kopieren.
Material aus alten werken: ein film aus filmresten?
Besonders verrückt wird es, wenn man entdeckt, dass einige der exotischen Szenen aus einem noch älteren Film stammen: La Isla de los Caníbales (1974)! Dies zeigt, wie sehr die Macher nach kostengünstigen Lösungen suchten, um ihren Film zu realisieren. Ein einzigartiges Beispiel für kreative (oder vielleicht auch nur verzweifelte) Lösungen im Low-Budget-Kino.
